Milchstraße fotografieren – So geht es!

Das Naturphänomen „Milchstraße“

Sterne sind für uns Menschen eine schier unerreichbare Welt. Dennoch fasziniert uns deren Anblick immer wieder auf Neue.

Die Milchstraße, wird auch als Galaxis bezeichnet. Sie ist die Galaxie, in der sich das Sonnensystem mit der Erde befindet. Sie besteht aus etwa 100-300 Milliarden Sternen, die von uns ausgesehen als bandförmige Erscheinung zu sehen sind.

1609 erkannte erstmals ein Mensch, mit Namen Galileo Galilei, dass die Milchstraße aus Sternen besteht. Das Wort „Milchstraße“ hat seinen Ursprung aus dem altgriechischen Namen galaxis, welches aus dem Wort gala abstammt und so viel wie „Milch“ bedeutet. Das liegt vor allem dem „milchigen“ Aussehen zugrunde (Quelle: Wikipedia). Aus dem Universum betrachtet hat sie die Form einer sehr flachen Scheibe. Dieses Bild kennen die meisten Menschen, wenn man sie nach dem Aussehen der Milchstraße fragt. Doch die wenigsten kennen die „bandförmige Erscheinung“ der Milchstraße. Dies hängt auch von vielen Faktoren ab, die wir nicht beeinflussen können.

Ich werde im nächsten Absatz näher darauf eingehen.

Bilder der Milchstraße: Planung ist alles!

Nun geht es aber auch zum wirklichen Thema, nämlich dem Fotografieren der Milchstraße zurück. Wenn Du die Milchstraße so fotografieren willst, wie auf dem Bild gezeigt wird, dann gibt es zuvor drei wichtige Parameter, die du beachten musst.

Die Planung in der Milchstraßenfotografie ist nämlich echt alles. Ich erkläre Dir hier, was Du alles beachten musst, damit Dir so ein Milchstraßen Bild in Zukunft auch gelingt:

Milchstraße fotografieren
Sony Alpha 6000 | F2 | 20″ | ISO 2500 | 12mm

Die Milchstraße fotografieren: der richtige Ort

Punkt eins ist der richtige Ort. Warum ist das so wichtig?

Wenn Du, wie ich, in einer dicht besiedelten Stadt lebst oder auch nur in der Nähe einer größeren Stadt, dann wirst Du bemerkt haben, dass Du Sterne generell schlechter sehen kannst, als wenn Du auf dem Land wohnst.

Die Erklärung ist ganz simpel: Die Lichtverschmutzung ist in Städten deutlich höher, als in weniger besiedelten Gegenden. Wenn Du Dich gerade in Berlin, Hamburg, München oder Köln befindest, hast Du so gut wie keine Chance die Milchstraße zu sehen. Sogar in den Städten, die noch 50 Kilometer von Metropolen entfernt sind, hast Du nur eine beschränkte Sicht auf die Milchstraße.

Mein Tipp: Wenn Du die Milchstraße fotografieren willst, dann nimm Dir das Internet zur Hilfe. Denn unter diesem Link findest du eine sogenannte Lightpollutionmap. Diese zeigt Dir farblich die Gegenden an, an denen die Lichtverschmutzung besonders gering oder hoch ist. Generell wenig Lichtverschmutzung gibt es in großen Wäldern, in Bergregionen oder in sehr wenig besiedelten Gebieten, wie in Schleswig-Holstein oder in Mecklenburg-Vorpommern. Hier kannst du Bilder der Milchstraße ohne Probleme aufnehmen.

Mach Dir diese Karte zu Nutze, um den besten Platz in Deiner Region zu finden, an dem Du die perfekte Sicht auf die Milchstraße hast. Ich habe Dir zwei extreme Beispiele rausgesucht, um Dir das zu verdeutlichen:

Die Milchstraße fotografieren: Zeit, Wetter, Mondphasen

Punkt zwei der Planung ist die richtige Zeit.

Die Sicht der Milchstraße ist nicht nur abhängig von dem richtigen Ort, sondern ebenfalls von der richtigen Zeit. In diesem Zusammenhang spielt der Mond auch eine wichtige Rolle. Denn wenn Vollmond ist, hast Du so gut wie keine Möglichkeit die Milchstraße zu sehen, da das Umgebungslicht so hell ist, dass es die Helligkeit der viel weiter entfernten Sterne überleuchtet.

Am geeignetsten ist also die Neumondphase. Diese ist über diverse Apps oder Internetseiten auf die Minute abrufbar. Ich nutze die App „Blue Hour“. Dort wird Dir nicht nur die Mondphase, sondern auch goldene und blaue Stunde sowie Sonnenuntergangsphasen als detaillierte Zeitangabe dargestellt.

Die Neumondphase dauert meistens nicht länger als zwei Nächte. Das ist die optimale Zeit, um Milchstraßen Bilder aufzunehmen.

Eine zweite Lösung ist das Fotografieren der Milchstraße bei noch nicht aufgegangenem Mond. Dies ist aber dann immer abhängig von der Tageszeit. Am sichersten ist es, mit der Neumondphase zu planen. Ein zweiter, aber sehr wichtiger Faktor ist das Wetter. Bei Bewölkung wirst Du niemals ein solches Foto realisiert bekommen. Diesen Faktor kannst du in der Planung leider nicht mitberücksichtigen.

Die Milchstraße fotografieren: Einfluss der Jahreszeit

Der letzte Punkt der Planung ist die richtige Jahreszeit. Im Spätfrühling bis Spätherbst ist die Milchstraße am deutlichsten zu sehen. Der Höhepunkt ist meiner Meinung nach im Juli/August.

Es gibt nur ein Problem: Wenn Du Dich zu weit nördlich befindest, ist die Nacht sehr kurz und somit hast Du nur eine kurze Zeitspanne, in der Du die Milchstraße sehen und Bilder machen kannst kannst.

In den Alpen dagegen hast Du kein Problem damit. Das erste Foto habe ich um 22:30 Uhr in Ramsau am Dachstein gemacht. Die Wolken waren nur 30-40 Minuten nicht zu sehen. Das zweite Milchstraßen Bild habe ich Anfang September in Bergenhusen (Schleswig-Holstein) gemacht und zeigt, dass es auch dann noch geht.

Im Winter habe ich auch einige Testbilder gemacht. Allerdings sind die Bilder von dem Detailreichtum nicht so groß, wie die des Sommers oder Herbstes.

Milchstraße fotografieren: Einfluss der Jahreszeit
Sony Alpha 6000 | F2 | 20″| ISO 3200 12mm

Das Standardequipment

Wenn die Planung soweit abgeschlossen ist, kommt es zum eigentlichen Bestandteil des Fotografierens: Der Ausrüstung.

Die Milchstraße fotografieren: Kamera

Wenn Du die Milchstraße fotografieren möchtest, benötigst Du eine Kamera mit Wechselobjektiv. Von daher sind Kameras mit Micro-Four Thirds-Sensor, APS-C-Sensor und Vollformatsensor geeignet. Ich benutze eine APS-C-Systemkamera vom Hause Sony für all meine Aufnahmen. Achte darauf, dass du immer einen vollen Akku mitnimmst, da bei Langzeitbelichtungen und Kälte die Leistung sehr schnell zur Neige gehen kann.

Die Milchstraße fotografieren: Objektiv

Meine ersten Bilder sind mit dem Standardkit-Objektiv meiner Kamera entstanden. Allerdings bin ich dann recht schnell zu einer lichtstarken Festbrennweite gewechselt. Ein Dritthersteller bietet eine sehr gute und scharfe Linse (12mm f2) für APS-C-Kameras an. Meine Objektivempfehlung allgemein geht von 12mm-16mm bei APS-C-Kameras und bei Vollformat von 14-20mm. Mit einer höheren Brennweitenzahl wirst Du die Milchstraße nicht mehr formatfüllend abbilden.

Die Milchstraße fotografieren: Hilfsmittel

Zur Standardausrüstung gehört ein stabiles Dreibeinstativ. Dieses ist absolut vonnöten, da Du mit einer Langzeitbelichtung von über einer Sekunde arbeiten wirst. Zudem rate ich Dir dazu einen Kabel-oder Fernauslöser zu kaufen, da Du sonst unnötige Verwacklungen generierst.

Einstellungen in der Kamera (Blende, ISO, Verschlusszeit)

Nun kommen wir zum wichtigsten Punkt: Welche Einstellungen soll ich in der Kamera vornehmen?

Viele meiner Abonnenten auf Instagram stellen mir persönlich oder öffentlich die Frage, wie ich meine Milchstraßenbilder realisiere. Im Laufe der Zeit haben sich dann Standardeinstellungen etabliert. Diese möchte ich Dir nun erklären.

Bei der Fotografie der Milchstraße ist es extrem wichtig, dass Du so viel Licht wie möglich auf den Sensor lässt. Deswegen fotografiere so offenblendig, wie es Dein Objektiv zulässt (also mit einer kleinen Blendenzahl).

Des Weiteren ist eine Verschlusszeit von genau 20 Sekunden wichtig, da bei einer höheren Zeit die Sterne verwischen. Ursache dafür ist die Erdrotationsbewegung. Die ISO-Empfindlichkeit solltest Du auf jeden Fall erhöhen, damit mehr Details zu sehen sind. Ich fotografiere meistens bei ISO 2500 oder 3200. Bei Vollformatkameras wirst Du wenig Probleme mit dem Rauschen haben, bei APS-C-Kameras, sowie Micro-Four Third-Kameras wirst Du Rauschen feststellen. Dieses kannst du allerdings später in der Bildbearbeitung reduzieren.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die manuelle Fokussierung. Am besten gehst Du bei Tag raus und fokussierst Dein Objektiv auf unendlich. Wenn das Bild dann nicht scharf ist, musst du ein paar Millimeter zurückgehen. Diesen Wert merkst Du dir dann oder kennzeichnest ihn, damit Du ihn nachts wieder findest.

Milchstraße richtig in Szene setzen

Wenn Du alle diese Punkte der Planung berücksichtigst und die Einstellungen der Kamera übernimmst, solltest Du die Milchstraße gut fotografieren und auf Deinen Bildern deutlich erkennen können.

Mir als Landschaftsfotograf ist das allerdings noch zu wenig.

Hinter jedem meiner Bilder steckt eine Botschaft. Wieso also auch nicht in der Milchstraßenfotografie?

Als ich mein freiwilliges Jahr absolviert habe, suchte ich mir immer Orte schon am Tag heraus, welche ich möglicherweise bei Nacht mal ablichten könnte.

Genauso war es bei diesem Foto. Der Aussichtsturm ist einer der Wahrzeichen für die Orte Bergenhusen und Meggerdorf und Umgebung. Meine Vorstellung, die Milchstraße über dem Turm aufgehen zu lassen, erfüllte sich erst am letzten Tag meines freiwilligen Jahres.

Die Milchstraße zu fotografieren ist meistens ein Geduldsspiel. Aber das zahlt sich dann mit solch grandiosen Bilder im Nachhinein immer aus.

Milchstraßenbilder in Szene setzen
Sony Alpha 6000 | F2| 20″ | ISO 2500 | 12mm

Als ich dieses Jahr in Ramsau am Dachstein Urlaub machte, nutzte ich mein Hotel, um es mit der Milchstraße in Szene zu setzen. Dieses Bild konnte ich dann auch dem Hotel als kleine Rezension zukommen lassen.

Milchstraßenbilder in Szene setzen
Sony Alpha 6000 | F2 | 20″| ISO 3200 12mm

Vielleicht gibt es bei Dir in der Nähe auch einen Turm, oder einen See (dort hast Du dann auch tolle Spiegelungen), welche Du mit der Milchstraße in einem Foto kombinieren kannst. Denn erst dann wird die Milchstraßenfotografie zu einer richtigen Leidenschaft.

Die Milchstraße fotografieren: Fazit

In diesem Fazit möchte ich dir noch mal kurz und knapp in einer Checkliste die wichtigsten Punkte der Planung, sowie die Kameraeinstellungen für Deine Milchstraßen Bilder mit auf den Weg geben:

  • Wähle den richtigen Ort (siehe https://www.lightpollutionmap.info)
  • Wähle die richtige Zeit, das heißt Neumondphase, klare Sicht
  • Wähle die richtige Jahreszeit: Spätfrühling- Spätherbst
  • Wähle die richtige Ausrüstung: Kamera mit Wechselobjektiv, Stativ
  • Wähle die richtigen Einstellungen: Offenblende, 12-20mm, 20 Sekunden Belichtungszeit und ISO 1600- 3200
  • Wähle die richtige Komposition: Wenn du ein tolles Bild schaffen willst, dann mache dir deine Umwelt zunutze und nutze Dinge, um sie mit der Milchstraße in Berührung zu bringen.

Falls du noch Interesse an meinen Bildern hast, kannst Du gerne meine Website oder mein Instagram-Profil besuchen oder dich in meinem Blog über verschiedene Themen rund um die Naturfotografie belesen.

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