Meine erste Reise nach Kanada – Erlebnisse und Beobachtungen

Weg durch den Nationalpark

Es kam schon ein wenig überraschend und schneller als ich dachte. Mein Vater war gemeinsam mit meiner Mutter auf der Hochzeit von guten Freunden von uns eingeladen, in Südostkanada. Als die Absage meiner Mutter dann relativ plötzlich kam, fragte mich Papa, was ich davon halten würde anstatt ihr mitzufliegen. Natürlich konnte ich nicht nein sagen. Eine Reise nach Kanada, was für ein Traum.

Kindheitstraum Kanada

Es ging für mich zum ersten Mal in meinem Leben auf einen anderen Kontinent. Mit dem Smartphone kann man heutzutage schon viel sehen und versuchen bei einem Live-Video einem Menschen auf dem anderen Ende der Welt mitzufühlen. Aber solch eine Reise ist einfach durch nichts zu ersetzen.

Es ging mit dem Flieger von Amsterdam nach Island. Der Flug führte uns über die Weiten der britischen Highlands, den Atlantik und letztendlich ins gehypte Island. Leider ja. Island ist verdammt teuer. Aber ich konnte zum ersten Mal isländischen Boden betreten. Das war es schon wert 🙂

Dann Check-In für die Maschine, die mich und meinen Vater dann endlich nach Kanada bringen sollte. Die Reise nach Kanada führte über den Atlantik und über Teile Grönlands. Als ich nach ein wenig Schlaf dann die zerklüftete Küste von Nova Scotia ausmachen konnte war ich wie gefesselt am Flugzeugfenster. Das Land meiner Träume war nun endlich kein Traum sondern Realität geworden.

Wir beide mussten allerdings auch die harten Gesetze am Flughafen spüren. Zusammen mit einigen anderen Ausländern wurden wir gesondert in eine Schlange geführt, bevor uns zwei großgebaute, stämmige Männer fragten, was wir in Kanada machen wollten. Nach der Antwort, dass wir auf eine Hochzeit eingeladen sind und ein paar Tage Urlaub machen würden, konnten wir zum Glück direkt weiter.

Das Mietauto war schnell gefunden. Ein echt günstiges Auto für die gehobene Ausstattung. Es ging durch die Metropole Toronto in Richtung Osten. Alles ist größer, imposanter und anders als in Europa.

Reise nach Kanada mit Birding-Erfolg

Mein Ziel war es bei der Reise nach Kanada so viele verschiedene Vogelarten und Tierarten wie möglich zu beobachten und fotografisch zu dokumentieren. In den 4 Tagen konnte ich über 61 Vogelarten und etliche Säugetiere, Schmetterling und Libellen beobachten.

Der 1. Tag führte uns in den Presquile Provinical Park. Ein großes Naturschutzgebiet am Lake Ontario. Zuerst fielen mir die vielen Greifvögel am Himmel auf. Es handelte sich um die sogenannten Truthahngeier, die überall zu finden waren.

Außerdem konnte ich hier viele Watvögel beobachten: Darunter der amerikanische Sandregenpfeifer, Drosseluferläufer, Graubürzelstrandläufer und Wiesenstrandläufer.

Der Golden Lake

Unsere Unterkünfte waren in der Zeit variabel. Wir buchten dort drei Mal eine Schlafgelegenheit kurzfristig vor Ort. Der schönste Ort war eine kleine Holzhütte an einem großen See. Kleiner Beigeschmack: Eigentlich sollten alle Mücken in der 9 Quadratmeterhütte nicht mehr am Leben gewesen sein, aber eine machte mir in einer Nacht so zu schaffen, dass ich mit sage und schreibe 67 Mückenstichen (größtenteils am Bein) aufwachte. Es war sehr heiß und die Luftfeuchtigkeit hoch. Das zog die Mücken nur so magisch an. Die Aussicht war aber fantastisch und die Sonnenuntergänge wunderschön. Mein persönliches Highlight war die Sichtung eines Gürtelfischers und des Weißkopfseeadlers.

In den kommenden Tagen waren wir dann viel auf den Straßen Kanadas unterwegs. Und es ist wirklich so, wie man es immer und überall hört. Zum Teil sind wir minutenlang keinem Menschen und Haus begegnet. Es war schon ein tolles Gefühl.

Algonquin National Park

Unser Ziel war das Erreichen des Algonquin National Parks. Ein wunderschöner waldreicher Nationalpark mitten im Staat Ontario. Hier konnte ich viele weitere Vogelarten sehen und fotografieren. Ein weibliches Tannenhuhn war besonders fotogen. Zudem gesellten sich Kanadakleiber, Schwarzrückenspecht, Rotaugenvireo und viele viele weitere dazu. Ein kleiner Einblick hier:

Meine abschließenden Tipps für einen Roadtrip

Da unser Roadtrip natürlich im Vergleich zu anderen Reisen sehr kurz war, kann ich hier nicht die Überlebenstricks geben, aber ich werde dir das mitgeben, was ich gelernt habe.

  1. Verkehrsführung verstehen
  2. Gesund essen ist leider schwierig
  3. Lästige Mücken

In Kanada muss man sich erst einmal an die Verkehrsführung gewöhnen. Es gibt kein rechts vor links, wie wir es aus Deutschland gewöhnt sind. Wer an Kreuzungen zu erst steht, darf auch zuerst fahren. Und dabei ist es egal ob man geradeaus fahren will oder Linksabbieger ist. Zudem sind die Ampeln immer auf der anderen Straßenseite platziert. Das ist aber halb so wild.

Klischees sind manchmal nicht unbegründet. Auch in Kanada dominieren Fastfood-Ketten – und das viel deutlicher als hier in Europa. Es ist sehr schwierig eine gesunde, warme Mahlzeit zu sich zu nehmen. Außerdem solltest du viel Geld einplanen, da mit einer normalen Pizza inklusive Trinkgeld (was übrigens standardmäßig 10% des Preises ist und auch direkt berechnet wird) mal schnell 22$ fällig werden.

Mücken sind ja auch hier in Deutschland ein bekanntes Problem an Gewässern. In Kanada sind die Mücken gegen unsere Gegenmittel (sei es Spray oder Salbe) immun und sie stechen trotzdem und meiner Meinung nach auch viel intensiver. Hierbei helfen entweder spezielle Sprays aus Kanada oder die Tatsache in Kanada geboren zu sein. Das sagte zumindest ein Freund von uns, der noch nie Probleme mit Mücken hatte und in Kanada aufgewachsen ist. Who knows? 🙂

Fazit

Die Reise nach Kanada war ein wunderschöner und zugleich aufregender Urlaub. Ich konnte tolle Landschaften, die unendlichen Weiten eines riesigen Landes und neue Tiere und Vogelarten beobachten. Alles ist viel größer als in der Heimat und die Dimensionen riesig. Mit dem Thema Ernährung werde ich mich allerdings bei der nächsten Reise etwas mehr befassen. Nachher ist man ja bekanntlich immer schlauer 🙂

Kommentieren

Klicke hier, um zu kommentieren