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Vogelfotografie: Verstehe das Licht

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Vogelfotografie ist meine größte Leidenschaft. Ich zeige dir, wie du die Qualität deiner Fotos verbessern kannst – und das mit einfachen Mitteln.

Die Fotografie hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Sensoren werden immer lichtempfindlicher, Kameras mit immer mehr Technik ausgestattet und es geht letztlich darum, sich mit der Konkurrenz um die letzten 0,2 Blendentufen im Dynamikumfang “zu prügeln”. Ich interessiere mich natürlich auch für die Technik hinter dem Kameragehäuse und die neuesten Entwicklungen und Trends auf dem Kameramarkt. Aber nehmen wir diese ganzen minimalen Änderungen als Naturfotografen wirklich so stark wahr, dass wir direkt zur besseren Kamera greifen müssen?

Merke: Dein Equipment, das du hast, ist nur so gut, wie du bist!

Bitte beachte immer die Natur!

Sei dir immer gewiss, dass du keinen Lebensraum für ein Foto zerstörst und beachte die Warnrufe der heimischen Vögel in der Brutzeit. Eine längere Störung beeinträchtigt oftmals den Bruterfolg. Ich kann dir also nur wärmstens empfehlen, dich mit den Tieren vorher auseinanderzusetzen und ihr Verhalten kennenzulernen. Das Wohl der Tiere sollte immer die höchste Priorität haben.

Ohne Licht kein Bild, oder?

Außergewöhnliche Lichtsituationen, der Umgang mit Schatten und Kontrasten und die optimale Belichtung. Das sind wichtige Faktoren in der Vogelfotografie. Ich zeige dir, anhand von Beispielbildern, nun drei wichtige Varianten, wie Licht auf ein Motiv treffen kann. Diese möchte ich einfach kurz erklären, damit du die Theorie im Hinterkopf hast.

Frontallicht

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Haubentaucher| 500 mm | 1/800 | ISO 2000 | +0,3 EV | f5,6 | Bohnensack

Das Licht strahlt in die Richtung des Motivs und befindet sich im Rücken des Fotografen. Schatten sind kaum zu erkennen, weil sie sich hinter dem Motiv befinden. Hübsche Vögel mit starken Farben können ihre Wirkung optimal entfalten. Dieses Licht findest du am späten Nachmittag und frühen Vormittag vor. Wenn die Sonne dabei sehr hoch steht (also mittags), heißt es Auflicht. Das Licht ist so direkt, dass harte Schatten entstehen. In der Vogelfotografie solltest du dies weitesgehend vermeiden!

Gegenlicht

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Graureiher | 400 mm | 1/1600 | ISO 500 | -0,7 EV | f 8

Wenn das Licht parallel zum Brennpunkt auf das Motiv strahlt, spricht man von einer Gegenlichtaufnahme. Sie sind meist sehr künstlerisch und abstrakt gehalten. Im Gegensatz zum Frontallicht werden hier nur Umrisse abgebildet. Da hier sehr viel Licht auf den Sensor trifft, rate ich dir, die Verschlusszeit zu verkürzen und die ISO-Empfindlichkeit zu reduzieren. Außerdem bietet es sich an, abzublenden.

Abblenden bedeutet die Blende zu schließen, also die Zahl zu vergrößern. Du kannst dieses Licht wieder am besten morgens oder abends nutzen, da die ästhetische Wirkung dann besonders schön ist. Es eignet sich aber auch für Schwarz-Weiß-Aufnahmen an einem tristen, wolkenbedeckten Tag. Hier ist deine Kreativität gefragt.

Seitenlicht

Hier kommt das Licht seitlich (30-90 Grad) und beleuchtet das Motiv nur von einer Seite. Die von der Sonne abgewendete Seite ist im Schatten. Je nach Sonnenstand fällt der Schatten stärker oder schwächer aus.

Merke: Je höher die Sonne am Tag steht, desto härter und ausgeprägter der Schatten.

Für einen weichen Schatten solltest du das abendliche oder morgendliche Licht nutzen.

Goldene Stunde und Blaue Stunde

Wenn du schon einmal Landschaften fotografiert haben solltest, wirst du bestimmt schon einmal von der blauen und goldenen Stunde gehört haben. Die blaue Stunde hat ihren Namen von der bläulichen Färbung des Himmels kurz vor dem Sonnenaufgang und nach dem Sonnenuntergang. Es entsteht eine besonders kühle Stimmung. Solltest du nach dem Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang fotografieren ist ein stabiles Stativ unbedingt vonnöten, da die Verschlusszeit häufig mal mehrere Sekunden beträgt. Mögliche Motive zu dieser Zeit sind in der Vogelfotografie besonders Eulen oder Käuze.

Die goldene Stunde ist häufiger interessant. Es ist die einzige Zeit am Tag, wo die Sonne (ohne Wolkenverdeckung) die weichste Wirkung hat. Sie dauert etwa eine Stunde. Beide Steinkauzbilder von oben habe ich in der goldenen Stunde aufgenommen. Es ist persönlich meine Lieblingszeit am Tag.

Bei Bewölkung entsteht auch tagsüber ein schönes diffuses Licht. Das kannst du den ganzen Tag (auch mittags) nutzen um Vögel zu fotografieren. Hier auf Helgoland konnte ich an solch einem trüben Tag viele Limikolen ablichten.

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Meerstrandläufer | 500 mm | 1/500 | ISO 2000 | +1,0EV | f 5,6

Ich wünsche dir an dieser Stelle viel Spaß beim Experimentieren in der Vogelfotografie. Ich verspreche dir, dass die besondere Wirkung des Lichts deine Fotos verbessern wird und sie harmonischer wirken lässt. Viel Spaß dabei!

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